Die Kon­takt­stel­le Woh­nen berät und unter­stützt geflüch­te­te Men­schen seit 2016 bei der Suche nach eige­nem Wohn­raum in Leip­zig, dem Land­kreis Leip­zig und Nord­sach­sen. Das Team bie­tet wöchent­lich Sprech­stun­den an, um Bedarf zu regis­trie­ren und zur eigen­ver­ant­wort­li­chen Woh­nungs­su­che zu infor­mie­ren. Gleich­zei­tig wird der Woh­nungs­markt täg­lich nach geeig­ne­ten Woh­nun­gen durch­sucht, um Wohn­raum gezielt zu ver­mit­teln. Die Mit­ar­bei­ten­den unter­stüt­zen bei der Kom­mu­ni­ka­ti­on mit den Vermieter:innen und bei den For­ma­li­tä­ten. Außer­dem beglei­ten sie zu Woh­nungs­be­sich­ti­gun­gen und der Schlüs­sel­über­ga­be. Nach dem Umzug bie­tet eine Wohn­be­ra­tung eine ers­te Ori­en­tie­rung in den eige­nen vier Wän­den und der neu­en Nachbarschaft. 

Mit der­zeit 12 Haupt­amt­li­chen in Teil­zeit ermög­licht das Pro­jekt in einem Jahr über 1000 Sprech­stun­den und unter­stützt durch­schnitt­lich 300 Per­so­nen erfolg­reich dabei, eige­nen Wohn­raum zu bezie­hen. Doch der Bedarf ist groß und der Wohn­raum knapp. So umfasst die War­te­lis­te in der Regel um die 800 Bedarfs­haus­hal­te. Davon sind rund 150 Situa­tio­nen sind als Här­te­fäl­le ein­zu­stu­fen (Krank­heit, Schwan­ger­schaft, über­füll­te Woh­nun­gen durch Fami­li­en­nach­zug, dro­hen­de Obdach­lo­sig­keit etc.). 

Men­schen, die nach Deutsch­land flie­hen, müs­sen nach ihrer Ankunft oft wochen­lang in den Erst­auf­nah­me­ein­rich­tun­gen leben und wer­den anschlie­ßend in Gemein­schafts­un­ter­künf­ten (GUs) unter­ge­bracht. Mehr als die Hälf­te der Bewohner:innen (in Leip­zig) leben dort über zwei Jah­re (Quel­le: Stadt Leip­zig, 2021). Dies bedeu­tet ein Leben unter äußerst pre­kä­ren Umstän­den und am Ran­de der Gesell­schaft. Beson­ders die man­geln­de Pri­vat­sphä­re und Selbst­be­stim­mung sowie die ein­her­ge­hen­de Stig­ma­ti­sie­rung und Iso­la­ti­on wer­den dabei zur Belastung. 

Außer­dem ist der Weg zur eige­nen Woh­nung von vie­len Bar­rie­ren geprägt. Neben der Sprach­bar­rie­re und vie­len büro­kra­ti­schen Hür­den, sind Woh­nungs­knapp­heit und ras­sis­ti­sche Res­sen­ti­ments mas­si­ve Hin­der­nis­se auf der Woh­nungs­su­che. Gera­de für Ein­zel­per­so­nen und Groß­fa­mi­li­en ist es auf dem Leip­zi­ger Woh­nungs­markt mitt­ler­wei­le sehr schwer, geeig­ne­ten Wohn­raum zu fin­den, für wel­chen die Miet­kos­ten vom Amt über­nom­men wer­den können.

Trä­ger­ver­ein des Pro­jekt­ver­bunds Kon­takt­stel­le Woh­nen ist der Zusam­men e.V. Ziel des Ver­eins ist es, sich für ange­mes­se­nes Woh­nen und eine soli­da­ri­sche Nach­bar­schaft ein­zu­set­zen. Neben der Kon­takt­stel­le Woh­nen ist der Zusam­men e.V. seit 2021 Trä­ger des Quar­tiers­ma­nage­ments Grün­au.